Ver­pa­ckungs­recht in Deutsch­land: PPWR und Ver­packDG

Pflich­ten, Fris­ten & Umset­zung für Unter­neh­men 

Flaschen in einer Befüllungsanlage

Was ist das Ver­pa­ckungs­recht-Durch­füh­rungs­ge­setz?

Seit dem 12. August 2026 gilt die euro­päi­sche Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung (PPWR) gemein­sam mit dem deut­schen Ver­pa­ckungs­recht-Durch­füh­rungs­ge­setz (Ver­packDG). Bei­de Regel­wer­ke haben das bis­he­ri­ge Ver­pa­ckungs­ge­setz (Ver­packG) abge­löst. Die PPWR schafft den unmit­tel­bar gel­ten­den euro­päi­schen Rah­men für Ver­pa­ckun­gen und Ver­pa­ckungs­ab­fäl­le. Das Ver­packDG ergänzt die PPWR um natio­na­le Zustän­dig­kei­ten, Ver­fah­ren und Pflich­ten in Deutsch­land. 

Was bleibt bestehen, was hat sich geän­dert im Gegen­satz zum Ver­packG?

Die grund­le­gen­den Pflich­ten für sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ge Ver­pa­ckun­gen blei­ben bestehen: Regis­trie­rung im Ver­pa­ckungs­re­gis­ter LUCID, Betei­li­gung an einem Sys­tem und Daten­mel­dung. Neu ist ins­be­son­de­re die Rol­len­ver­tei­lung nach der PPWR. Sie unter­schei­det zwi­schen dem Erzeu­ger, der für die Kon­for­mi­tät der Ver­pa­ckung ver­ant­wort­lich ist, und dem Her­stel­ler, der die erwei­ter­te Her­stel­ler­ver­ant­wor­tung in dem EU-Mit­glied­staat trägt, in dem die Ver­pa­ckung zu Abfall wird.

Wen betref­fen PPWR und Ver­packDG?

Wel­che Pflich­ten ein Unter­neh­men hat, hängt von sei­ner Rol­le für die jewei­li­ge Ver­pa­ckung oder das ver­pack­te Pro­dukt ab. Die PPWR unter­schei­det ins­be­son­de­re zwi­schen Erzeu­ger und Her­stel­ler: Der Erzeu­ger ist für die Kon­for­mi­tät der Ver­pa­ckung ver­ant­wort­lich. Der Her­stel­ler trägt die erwei­ter­te Her­stel­ler­ver­ant­wor­tung und erfüllt ins­be­son­de­re die Registrierungs‑, Sys­tem­be­tei­li­gungs- und Mel­de­pflich­ten.

Erzeu­ger- und Her­stel­ler­eigen­schaft kön­nen bei einem Unter­neh­men zusam­men­fal­len. Bei grenz­über­schrei­ten­den Lie­fer­ket­ten kön­nen die Rol­len jedoch aus­ein­an­der­fal­len. Für die Her­stel­ler­eigen­schaft ist grund­sätz­lich maß­geb­lich, wel­ches Unter­neh­men die Lie­fer­ket­te in dem EU-Mit­glied­staat eröff­net, in dem die Ver­pa­ckung zu Abfall wird. Bei Direkt­lie­fe­run­gen aus dem Aus­land an End­ab­neh­mer kann das aus­län­di­sche Unter­neh­men Her­stel­ler sein.

Wel­che Ver­pa­ckungs­ar­ten sind sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­tig?

Sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­tig sind Ver­kaufs- und Umver­pa­ckun­gen, Pri­mär­pro­duk­ti­ons­ver­pa­ckun­gen sowie Trans­port­ver­pa­ckun­gen, die nach Gebrauch, bezo­gen auf den Gesamt­markt typ­glei­cher Ver­pa­ckun­gen, typi­scher­wei­se mehr­heit­lich in pri­va­ten Haus­hal­tun­gen oder bei ver­gleich­ba­ren Anfall­stel­len als Abfall anfal­len, sowie Ser­vice­ver­pa­ckun­gen. Ande­re Ver­pa­ckun­gen kön­nen nicht sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­tig sein; für sie gel­ten ins­be­son­de­re Rück­nah­me- und Ver­wer­tungs­pflich­ten. Ob eine Ver­pa­ckung sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­tig ist, muss daher anhand der kon­kre­ten Ver­pa­ckung und ihres typi­schen Anfall­orts geprüft wer­den.

Wel­che Pflich­ten erge­ben sich für Unter­neh­men?

Her­stel­ler sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ger Ver­pa­ckun­gen müs­sen ins­be­son­de­re die fol­gen­den Pflich­ten erfül­len: 

Grafik Step 1

1. Regis­trie­rung im Ver­pa­ckungs­re­gis­ter LUCID

Her­stel­ler müs­sen sich vor dem erst­ma­li­gen Bereit­stel­len der Ver­pa­ckun­gen bezie­hungs­wei­se, in den gesetz­lich gere­gel­ten Fäl­len, vor dem Aus­pa­cken ver­pack­ter Pro­duk­te bei der Zen­tra­len Stel­le Ver­pa­ckungs­re­gis­ter regis­trie­ren. Bestehen­de Regis­trie­run­gen nach dem frü­he­ren Ver­packG gel­ten fort; erfor­der­li­che Ände­run­gen der Regis­trie­rungs­da­ten sind zu aktua­li­sie­ren. 

Grafik Step 2

2. Betei­li­gung an einem Sys­tem (Ver­pa­ckungs­li­zen­zie­rung)

Her­stel­ler sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ger Ver­pa­ckun­gen müs­sen sich vor deren Bereit­stel­lung bezie­hungs­wei­se vor dem gesetz­lich erfass­ten Aus­pa­cken an einem Sys­tem­be­tei­li­gen. Dabei sind Mate­ri­al­art und Mas­se der Ver­pa­ckun­gen sowie die Regis­trie­rungs­num­mer anzu­ge­ben.

Grafik Step 3

3. Daten und Men­gen­mel­dun­gen

Her­stel­ler sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ger Ver­pa­ckun­gen müs­sen ihre Anga­ben zur Sys­tem­be­tei­li­gung grund­sätz­lich unver­züg­lich nach der Über­mitt­lung an das Sys­tem auch der Zen­tra­len Stel­le Ver­pa­ckungs­re­gis­ter mel­den. Für Her­stel­ler, die im vor­an­ge­gan­ge­nen Kalen­der­jahr ins­ge­samt weni­ger als 10 Ton­nen sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ge Ver­pa­ckun­gen bereit­ge­stellt bezie­hungs­wei­se in den gesetz­lich gere­gel­ten Fäl­len aus­ge­packt haben, gilt eine jähr­li­che Mel­dung bis zum 1. Juni des Fol­ge­jah­res. 

Frau beteiligt Verpackungen bei Noventiz

Ver­packDG umset­zen mit Noven­tiz

Betei­li­gen Sie Ihre Ver­pa­ckun­gen am dua­len Sys­tem von Noven­tiz. Das geht online schnell und ein­fach über unse­ren Lizen­zie­rungs­rech­ner Ver­pa­ckung Direkt.

Das bie­tet Noven­tiz Ver­pa­ckung Direkt

Was pas­siert bei Ver­stö­ßen gegen das Ver­pa­ckungs­recht-Durch­füh­rungs­ge­setz?

Sämt­li­che dua­len Sys­te­me sowie alle Her­stel­ler (Erstin­ver­kehr­brin­ger, Online-Händ­ler, Impor­teu­re etc.) wer­den von der Zen­tra­len Stel­le Ver­pa­ckungs­re­gis­ter (ZSVR) fort­lau­fend kon­trol­liert und über­wacht. Jeder kann über das öffent­li­che Ver­pa­ckungs­re­gis­ter LUCID kos­ten­los ein­se­hen, wel­cher Her­stel­ler sei­ner gesetz­li­chen Ver­pflich­tun­gen erfüllt hat. Unter­neh­men, die dem Ver­pa­ckungs­recht-Durch­füh­rungs­ge­setz nicht nach­kom­men, dro­hen Buß­gel­der im sechs­stel­li­gen Bereich und sogar Ver­triebs­ver­bo­te in Deutsch­land. 

Res­sour­cen & wei­ter­füh­ren­de Inhal­te

Bild zur Anleitung Verpackungslizenzierung in drei Schritten
Anlei­tung

Anlei­tung: Ver­pa­ckungs­li­zen­zie­rung in 3 Schrit­ten

Ver­pa­ckungs­li­zen­zie­rung ein­fach erklärt: In drei Schrit­ten zur geset­zes­kon­for­men Sys­tem­be­tei­li­gung – inklu­si­ve Regis­trie­rung im LUCID-Regis­ter, Ver­trags­ab­schluss mit einem dua­len Sys­tem und Men­gen­mel­dung.
Bild der Anleitung Anmeldeprozess im Verpackungsregister LUCID
Anlei­tung

Anlei­tung: Anmel­de­pro­zess im Ver­pa­ckungs­re­gis­ter LUCID

Die­se Anlei­tung erklärt die Ver­pa­ckungs­li­zen­zie­rung nach dem Ver­pa­ckungs­recht-Durch­füh­rungs­ge­setz (Ver­packDG) in drei Schrit­ten. Unter­neh­men erfah­ren, wie sie sich im Ver­pa­ckungs­re­gis­ter LUCID regis­trie­ren, einen Sys­tem­be­tei­li­gungs­ver­trag mit einem dua­len Sys­tem abschlie­ßen und ihre Ver­pa­ckungs­men­gen kor­rekt im Regis­ter mel­den.
Bild zur Checkliste Schritte nach LUCID Registrierung
Check­lis­te

Check­lis­te: Nächs­te Schrit­te nach Ihrer LUCID Regis­trie­rung

Nach­dem Sie sich im Ver­pa­ckungs­re­gis­ter LUCID regis­triert haben und sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ge Ver­pa­ckun­gen in Ver­kehr brin­gen, müs­sen Sie einen Sys­tem­be­tei­li­gungs­ver­trag mit einem dua­len Sys­tem abschlie­ßen.
Bild der Grafik systembeteiligungspflichtige Verpackungen
Info­gra­fik

Info­gra­fik: Wel­che Ver­pa­ckun­gen sind sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­tig?

Über­sicht über Ver­pa­ckungs­ar­ten im Ver­pa­ckungs­recht-Durch­füh­rungs­ge­setz (Ver­packDG) sowie die Pflich­ten für sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ge und nicht sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ge Ver­pa­ckun­gen inklu­si­ve Regis­trie­rung im Ver­pa­ckungs­re­gis­ter LUCID.
Bild zu Unterscheidung Verkaufsverpackungen und Transportverpackungen
Wis­sen

Wis­sen: Ver­­­kaufs- vs. Trans­port­ver­pa­ckun­gen: Unter­schie­de & Pflich­ten

Die wich­tigs­ten Unter­schie­de zwi­schen Ver­kaufs- und Trans­port­ver­pa­ckun­gen nach Ver­pa­ckungs­recht-Durch­füh­rungs­ge­setz (Ver­packDG): Defi­ni­ti­on, Pflich­ten, Lizen­zie­rung, Ent­sor­gung und Pra­xis­bei­spie­le kom­pakt erklärt.

Häu­fi­ge Fra­gen zum Ver­pa­ckungs­recht-Durch­füh­rungs­ge­setz (Ver­packDG)

FAQ zum The­ma Ver­packDG

Was ist das Ver­packDG? Das Ver­packDG ist das deut­sche Durch­füh­rungs­ge­setz zur euro­päi­schen Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung (PPWR). Es regelt für Deutsch­land ins­be­son­de­re Regis­trie­rung, Sys­tem­be­tei­li­gung, Daten­mel­dun­gen, Rück­nah­me, Ver­wer­tung, Kon­trol­le und Zustän­dig­kei­ten.

Wie hän­gen PPWR und Ver­packDG zusam­men? Die PPWR bil­det den euro­päi­schen Rechts­rah­men. Das Ver­packDG ergänzt ihn für Deutsch­land um natio­na­le Ver­fah­ren und Zustän­dig­kei­ten, etwa für LUCID, Sys­tem­be­tei­li­gung, Daten­mel­dun­gen und Kon­trol­len. Unter­neh­men müs­sen daher bei­de Regel­wer­ke zusam­men betrach­ten.

Seit wann gel­ten PPWR und Ver­packDG? Die PPWR gilt grund­sätz­lich seit dem 12. August 2026. Das Ver­packDG ist am 12. August 2026 in Kraft getre­ten. Ein­zel­ne Anfor­de­run­gen und Über­gangs­re­ge­lun­gen gel­ten zu spä­te­ren oder geson­dert bestimm­ten Zeit­punk­ten.

Was hat sich seit dem 12. August 2026 für Unter­neh­men geän­dert? Regis­trie­rung, Sys­tem­be­tei­li­gung und Daten­mel­dung blei­ben für sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ge Ver­pa­ckun­gen bestehen. Neu sind ins­be­son­de­re die Rol­len Erzeu­ger und Her­stel­ler sowie zusätz­li­che PPWR-Anfor­­de­run­­gen an die Ver­pa­ckung selbst.

Ver­packDG vs. Ver­packG: Was hat sich geän­dert? Das Ver­packDG ergänzt die unmit­tel­bar gel­ten­de PPWR und ersetzt die frü­he­re rein natio­na­le Rege­lungs­lo­gik durch ein Zusam­men­spiel aus EU-Recht und deut­schem Durch­füh­rungs­ge­setz. Die Pflich­ten zur LUCID-Regis­­trie­rung, Sys­tem­be­tei­li­gung und Daten­mel­dung blei­ben für sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ge Ver­pa­ckun­gen im Kern bestehen. Geän­dert haben sich ins­be­son­de­re die Rol­len und Ver­ant­wort­lich­kei­ten: Die PPWR unter­schei­det zwi­schen Erzeu­ger (manu­fac­tu­rer) und Her­stel­ler (pro­du­cer). Zusätz­lich gel­ten schritt­wei­se wei­ter­ge­hen­de Anfor­de­run­gen an die Ver­pa­ckung selbst, zum Bei­spiel zu Kon­for­mi­tät, tech­ni­scher Doku­men­ta­ti­on, Recy­cling­fä­hig­keit, Rezy­klat­an­tei­len, Mini­mie­rung, Wie­der­ver­wen­dung und Kenn­zeich­nung.

Wel­che Pflich­ten blei­ben für sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ge Ver­pa­ckun­gen bestehen? Her­stel­ler müs­sen sich in LUCID regis­trie­ren, ihre sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­gen Ver­pa­ckun­gen an einem oder meh­re­ren Sys­te­men betei­li­gen und die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Daten mel­den. Je nach Ver­pa­ckungs­men­ge kann zusätz­lich eine Voll­stän­dig­keits­er­klä­rung erfor­der­lich sein.

Gilt das Ver­packDG auch für B2B-Unter­­neh­­men? Ja. Auch B2B-Unter­­neh­­men kön­nen Her­stel­ler­pflich­ten haben. Für die Sys­tem­be­tei­li­gung zählt, ob die Ver­pa­ckung nach einer typi­sie­ren­den Gesamt­markt­be­trach­tung typi­scher­wei­se mehr­heit­lich in pri­va­ten Haus­hal­tun­gen oder ver­gleich­ba­ren Anfall­stel­len als Abfall anfällt.

Was gilt beim Drop­ship­ping? Beim Drop­ship­ping müs­sen Erzeu­­ger- und Her­stel­ler­eigen­schaft anhand der kon­kre­ten Lie­fer­ket­te bestimmt wer­den. Eine pau­scha­le Zuord­nung zum Shop­be­trei­ber ist nicht mög­lich. Maß­geb­lich kön­nen ins­be­son­de­re Mar­ke, Sitz, Lie­fer­weg und Ziel­staat sein.

Sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­tig sind Ver­­­­­kaufs- und Umver­pa­ckun­gen, Pri­mär­pro­duk­ti­ons­ver­pa­ckun­gen und Trans­port­ver­pa­ckun­gen, wenn sie typi­scher­wei­se mehr­heit­lich in pri­va­ten Haus­hal­tun­gen oder ver­gleich­ba­ren Anfall­stel­len als Abfall anfal­len, sowie Ser­vice­ver­pa­ckun­gen.

Ja. Ver­pa­ckun­gen, die für den Ver­sand von Pro­duk­ten bestimmt sind, sind sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­tig. Dazu gehö­ren auch Bestand­tei­le wie Füll- und Pols­ter­ma­te­ri­al.

Trans­port­ver­pa­ckun­gen kön­nen sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­tig sein, wenn sie typi­scher­wei­se mehr­heit­lich in pri­va­ten Haus­hal­tun­gen oder ver­gleich­ba­ren Anfall­stel­len als Abfall anfal­len. Ande­re Trans­port­ver­pa­ckun­gen unter­lie­gen ins­be­son­de­re Rück­­­nah­­­me- und Ver­wer­tungs­pflich­ten.

Ser­vice­ver­pa­ckun­gen wer­den erst beim Letzt­ver­trei­ber befüllt, etwa Bröt­chen­tü­ten oder Becher. Sie sind sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­tig. Unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 7 Absatz 2 Ver­packDG kann die Sys­tem­be­tei­li­gung auf den Vor­ver­trei­ber über­ge­hen; der ursprüng­li­che Her­stel­ler bleibt regis­trie­rungs­pflich­tig.

Ja. Füll- und Pols­ter­ma­te­ria­li­en sind Bestand­tei­le der Ver­sand­ver­pa­ckung und müs­sen zusam­men mit ihr sys­tem­be­tei­ligt wer­den.

Für Ver­sand­ver­pa­ckun­gen besteht grund­sätz­lich eine Sys­tem­be­tei­li­gungs­pflicht. Wer sich auf eine bereits wirk­sa­me Sys­tem­be­tei­li­gung eines kon­kret wie­der­ver­wen­de­ten Kar­tons beruft, soll­te dies belast­bar doku­men­tie­ren. Ohne trag­fä­hi­gen Nach­weis soll­te der Kar­ton erneut sys­tem­be­tei­ligt wer­den; die kon­kre­te Kon­stel­la­ti­on ist im Ein­zel­fall zu prü­fen.

Eine Voll­stän­dig­keits­er­klä­rung ist erfor­der­lich, wenn im Vor­jahr min­des­tens 80 Ton­nen Glas, 50 Ton­nen Papier, Pap­pe und Kar­ton oder 30 Ton­nen der übri­gen erfass­ten Mate­ri­al­ar­ten bereit­ge­stellt wur­den. Die ZSVR oder die zustän­di­ge Lan­des­be­hör­de kann sie auch unter­halb die­ser Schwel­len ver­lan­gen.

FAQ zum The­ma Ver­pa­ckungs­re­gis­ter LUCID

Die geprüf­te Voll­stän­dig­keits­er­klä­rung für das vor­an­ge­gan­ge­ne Kalen­der­jahr ist grund­sätz­lich jähr­lich bis zum 15. Mai elek­tro­nisch in LUCID zu hin­ter­le­gen.

Nicht rich­ti­ge, nicht voll­stän­di­ge oder nicht recht­zei­ti­ge Daten­mel­dun­gen sind Ord­nungs­wid­rig­kei­ten und kön­nen mit einem Buß­geld geahn­det wer­den.

Ja. Die in LUCID gemel­de­ten Anga­ben müs­sen die jewei­li­ge Sys­tem­be­tei­li­gung zutref­fend wie­der­ge­ben. Ände­run­gen sind eben­falls zu über­mit­teln.

Grund­sätz­lich sind die Anga­ben unver­züg­lich nach ihrer Über­mitt­lung an das Sys­tem auch an die ZSVR zu mel­den. Wer im Vor­jahr ins­ge­samt weni­ger als zehn Ton­nen sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ge Ver­pa­ckun­gen bereit­ge­stellt oder im gesetz­lich gere­gel­ten Fall aus­ge­packt hat, mel­det statt­des­sen bis zum 1. Juni des Fol­ge­jah­res.

Grund­sätz­lich sind Regis­trie­rungs­num­mer, Mate­ri­al­art und Mas­se, Name des Sys­tems und Betei­li­gungs­zeit­raum zu mel­den. Ände­run­gen und gesetz­lich gere­gel­te Rück­nah­men sind eben­falls zu über­mit­teln.

Nein. Für sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ge Ver­pa­ckun­gen sind zusätz­lich die Sys­tem­be­tei­li­gung und Daten­mel­dun­gen erfor­der­lich. Für ande­re Ver­pa­ckungs­ar­ten kön­nen wei­te­re Pflich­ten wie Rück­nah­me, Ver­wer­tung und künf­tig eine Zulas­sung gel­ten.

Nein. Regis­triert wird der jewei­li­ge Her­stel­ler als Rechts­trä­ger. Die Mar­ken­na­men, unter denen er Ver­pa­ckun­gen erst­mals in Deutsch­land bereit­stellt, wer­den inner­halb sei­ner Regis­trie­rung ange­ge­ben und aktu­ell gehal­ten.

Nein. Eine am 11. August 2026 bestehen­de Regis­trie­rung gilt fort. Erfor­der­li­che Ände­run­gen muss­ten nach der Über­gangs­re­ge­lung bis zum 12. Novem­ber 2026 vor­ge­nom­men wer­den; spä­te­re Ände­run­gen sind unver­züg­lich mit­zu­tei­len.

Erfor­der­lich sind unter ande­rem Unter­­­neh­­­mens- und Kon­takt­da­ten, eine euro­päi­sche oder natio­na­le Steu­er­num­mer, eine ver­tre­tungs­be­rech­tig­te Per­son, natio­na­le Kenn­num­mer, E‑Mail-Adres­­­se, Mar­ken­na­men und Anga­ben zu den Ver­pa­ckungs­ar­ten. Bei vor­ge­schrie­be­ner Bevoll­mäch­ti­gung kom­men Anga­ben zum Bevoll­mäch­tig­ten hin­zu.

Die Regis­trie­rung in LUCID ist kos­ten­frei. Kos­ten ent­ste­hen ins­be­son­de­re durch die Betei­li­gung sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ger Ver­pa­ckun­gen an einem Sys­tem und gege­be­nen­falls durch wei­te­re gesetz­li­che Pflich­ten.

FAQ zum The­ma Ver­pa­ckun­gen

Für Ver­sand­ver­pa­ckun­gen besteht grund­sätz­lich eine Sys­tem­be­tei­li­gungs­pflicht. Wer sich auf eine bereits wirk­sa­me Sys­tem­be­tei­li­gung eines kon­kret wie­der­ver­wen­de­ten Kar­tons beruft, soll­te dies belast­bar doku­men­tie­ren. Ohne trag­fä­hi­gen Nach­weis soll­te der Kar­ton erneut sys­tem­be­tei­ligt wer­den; die kon­kre­te Kon­stel­la­ti­on ist im Ein­zel­fall zu prü­fen.

Ja. Füll- und Pols­ter­ma­te­ria­li­en sind Bestand­tei­le der Ver­sand­ver­pa­ckung und müs­sen zusam­men mit ihr sys­tem­be­tei­ligt wer­den.

Ser­vice­ver­pa­ckun­gen wer­den erst beim Letzt­ver­trei­ber befüllt, etwa Bröt­chen­tü­ten oder Becher. Sie sind sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­tig. Unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 7 Absatz 2 Ver­packDG kann die Sys­tem­be­tei­li­gung auf den Vor­ver­trei­ber über­ge­hen; der ursprüng­li­che Her­stel­ler bleibt regis­trie­rungs­pflich­tig.

FAQ zum The­ma Trans­port­ver­pa­ckun­gen

Trans­port­ver­pa­ckun­gen kön­nen sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­tig sein, wenn sie typi­scher­wei­se mehr­heit­lich in pri­va­ten Haus­hal­tun­gen oder ver­gleich­ba­ren Anfall­stel­len als Abfall anfal­len. Ande­re Trans­port­ver­pa­ckun­gen unter­lie­gen ins­be­son­de­re Rück­­­nah­­­me- und Ver­wer­tungs­pflich­ten.

FAQ zum The­ma Ver­pa­ckungs­li­zen­zie­rung

Ver­pa­ckungs­li­zen­zie­rung ist die gebräuch­li­che Bezeich­nung für die Betei­li­gung sys­tem­be­tei­li­gungs­pflich­ti­ger Ver­pa­ckun­gen an einem Sys­tem. Der Her­stel­ler finan­ziert damit die Samm­lung, Sor­tie­rung und Ver­wer­tung der betref­fen­den Ver­pa­ckungs­ab­fäl­le.

Der Her­stel­ler betei­ligt die Ver­pa­ckun­gen vor ihrer Bereit­stel­lung oder im gesetz­lich gere­gel­ten Fall vor dem Aus­pa­cken bei einem oder meh­re­ren Sys­te­men. Er gibt Mate­ri­al­art, Mas­se und Regis­trie­rungs­num­mer an; das Sys­tem bestä­tigt die Betei­li­gung.

Benö­tigt wer­den Mate­ri­al­art und Mas­se der zu betei­li­gen­den Ver­pa­ckun­gen sowie die LUCID-Regis­­­trie­rungs­­­num­­­mer. Die Ent­gelt­be­rech­nung rich­tet sich nach dem Ver­trag mit dem gewähl­ten Sys­tem­be­trei­ber.

Nein. Für Regis­trie­rung und Sys­tem­be­tei­li­gung gibt es grund­sätz­lich kei­ne Min­dest­men­ge. Die Gren­ze von weni­ger als zehn Ton­nen betrifft nur die Art und den Zeit­punkt der Daten­mel­dung.

FAQ zum The­ma Ver­pa­ckungs­li­zen­zie­rung Euro­pa

Der Bevoll­mäch­tig­te nimmt die ihm über­tra­ge­nen Pflich­ten der erwei­ter­ten Her­stel­ler­ver­ant­wor­tung in Deutsch­land im eige­nen Namen wahr. Die Regis­trie­rung in LUCID bleibt beim Her­stel­ler.

Her­stel­ler ohne Nie­der­las­sung in Deutsch­land müs­sen nach Maß­ga­be der PPWR und des Ver­packDG vor dem erst­ma­li­gen Bereit­stel­len einen Bevoll­mäch­tig­ten für die erwei­ter­te Her­stel­ler­ver­ant­wor­tung beauf­tra­gen bezie­hungs­wei­se benen­nen.

Ja. Unter­neh­men mit Sitz im Aus­land kön­nen Her­stel­ler­pflich­ten in Deutsch­land haben, ins­be­son­de­re bei Direkt­lie­fe­run­gen lee­rer Ver­pa­ckun­gen oder ver­pack­ter Pro­duk­te an End­ab­neh­mer in Deutsch­land.

Ver­pa­ckun­gen, die nach­weis­lich nicht in Deutsch­land an End­ab­neh­mer abge­ge­ben wer­den, sind von Sys­tem­be­tei­li­gung, Daten­mel­dung und Voll­stän­dig­keits­er­klä­rung aus­ge­nom­men. Im Ziel­land kön­nen eige­ne Pflich­ten bestehen.