ElektroG4 tritt 2026 in Kraft – das ändert sich für Hersteller und Händler

ElektroG4 tritt 2026 in Kraft – das ändert sich für Hersteller und Händler

Teilen:
verschiedene Elektrogeräte

Der Bundestag hat im November 2025 die dritte Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG4) beschlossen. Nach finaler Zustimmung des Bundesrats tritt das Gesetz planmäßig am 1. Januar 2026 in Kraft. Deutschland liegt mit einer Sammelquote von nur 38,6 % weit hinter der EU-Vorgabe von 65 % zurück – die Gesetzesnovelle soll diese Lücke schließen und gleichzeitig Brandrisiken durch Lithiumbatterien minimieren. 

Die wichtigsten Neuerungen des ElektroG4 im Überblick 

Erweiterte Rücknahmepflichten (ab 1. Juli 2026) 

  • Händler von Einweg-E-Zigaretten müssen diese kostenlos an allen Verkaufsstellen zurücknehmen – unabhängig vom Neukauf. 
  • Die Rücknahmepflicht gilt auch für den Online-Handel (Fernabsatz). 

Hintergrund: Fest verbaute Lithiumbatterien werden häufig falsch entsorgt und verursachen Brände in Müllfahrzeugen und Entsorgungsanlagen. 

Neue Kennzeichnungspflichten (ab 1. Juli 2026) 

  • Sammel- und Rücknahmestellen müssen einheitlich mit einem neuen, farbigen Symbol gekennzeichnet werden (ersetzt das bisherige schwarz-weiße Symbol).  
Symbol für Sammel- und Rücknahmestellen für Elektrogeräte
  • Händler müssen das Symbol gut sichtbar im Eingangsbereich platzieren (mindestens DIN A4).  
  • Online-Händler sind verpflichtet, die Kennzeichnung auf Produktseiten und vor der Bestellung zu integrieren. 
  • Produkte selbst müssen weiterhin die durchgestrichene Mülltonne tragen. 
Piktogramm durchgestrichene Mülltonne

Verschärfte Informationspflichten 

  • Hersteller und Bevollmächtigte müssen Hinweise zur getrennten Sammlung, zur sicheren Entnahme von Batterien/Lampen und zu den Risiken von Lithiumbatterien 1. schriftlich jeder Warensendung beilegen und 2. zusätzlich online veröffentlichen. 
  • Rücknahmepflichtige Händler müssen Verbraucher noch deutlicher über Rückgabemöglichkeiten, Batterieentnahme und Sicherheitsaspekte informieren – vor Ort und digital. 

„Thekenmodell“ an kommunalen Sammelstellen 

Altgeräte dürfen künftig nur noch von geschultem Personal entgegengenommen werden. 

Ziel: „Fehlwürfe“ vermeiden und Brandgefahr durch batteriebetriebene Geräte reduzieren. 

Entlastung bei Meldepflichten 

  • Monatliche Mengenmeldungen für Exporte und Eigenrücknahmen werden auf jährliche Meldungen reduziert (Stichtag: 30. April für das Vorjahr). 
  • Hersteller können selbst entscheiden, ob zurückgenommene Altgeräte bei der Berechnung der Abholmengen angerechnet werden – ein Anreiz für mehr Eigenverantwortung. 

Berechnung der 400-m²-Grenze 

Für die Rücknahmepflicht zählt künftig die tatsächlich genutzte Regalfläche, also die Fläche der einzelnen Regalböden und nicht nur die Standfläche der Regale. Regal- und Versandflächen im In- und Ausland müssen dabei berücksichtigt werden. 

Novelle ElektroG: Warum jetzt handeln? 

Die Neuerungen des ElektroG bringen erhöhten administrativen Aufwand – vor allem für Hersteller. Prüfen Sie unbedingt, ob Sie Anpassungen bei der Informationsbereitstellung, Rücknahme usw. vornehmen müssen. Wer die Fristen versäumt, riskiert Bußgelder, Vertriebseinschränkungen und den Ausschluss von Online-Marktplätzen. 

Fazit 

Das ElektroG4 verschärft die Anforderungen an Hersteller und Händler, bietet aber gleichzeitig Bürokratieabbau bei den Meldepflichten. Wer sich frühzeitig vorbereitet, vermeidet Compliance-Risiken und sichert den reibungslosen Vertrieb seiner Produkte. 

Noventiz unterstützt Sie bei der rechtssicheren Umsetzung aller ElektroG-Pflichten – von der Registrierung über Mengenmeldungen bis zur Rücknahmelogistik. So bleiben Sie jederzeit rechtssicher. 

♻️ Noch Fragen? Wir unterstützen Sie gern!  

Teilen:
Auf dem Laufenden bleiben mit Noventiz

Bei Noventiz unterstützen wir Unternehmen Deutschland- und europaweit in allen Fragen zur Umwelt-Compliance. Haben Sie Fragen zu unseren EPR-Leistungen?